Vater & Sohn Seminar

Das dreitägige Seminar bietet engagierten Vätern die Möglichkeit, ungestört von Alltag, Beruf und Familie ein intensiv erlebtes Wochenende mit ihrem Sohn zu verbringen. Gemeinsam in einer kleinen Gruppe von maximal fünf Vater-Sohn-Paaren (geeignet für Jungs von 8 bis 14 Jahren) erlernen sie miteinander neue Fähigkeiten in einem völlig ungewohnten und naturnahen Umfeld.

Schwertkampf (Fechten) und Bogenschießen gehörten lange Zeit zur Grundausbildung junger Menschen, in der Antike einer Kriegerelite. In späteren Zeiten wurden diese Betätigungen nach wie vor gefördert, da sie sehr unterschiedliche Fähigkeiten verlangen: Selbstdisziplin, Geduld, sozialer Umgang mit dem Partner sowie Mut, Selbstbewusstsein und Urteilsvermögen. Der soziale Umgang miteinander steht beim Leben im Camp im Vordergrund. Wir verbringen ein sehr naturnahes Wochenende, nahezu losgelöst von Zivilisation und Technik leben wir in einem Zeltcamp, dessen Mittelpunkt ein großes rundes Nomadenzelt bildet. Das Nomadenzelt ist Versammlungsort und mediales Zentrum des Wochenendes zugleich. In ihm nehmen wir unsere Mahlzeiten zu uns, treffen uns zu Besprechungen und sitzen abends am wärmenden Feuer.

Bei allem Spass, den der Kampf mit dem Schwert, das Bogenschiessen oder Abenteuer wie Klettern oder Abseilen in freier Natur mit sich bringen, verlieren wir unser Ziel nicht aus den Augen: Die Stärkung des Verhältnisses von Vater zu Sohn und umgekehrt. Dazu gehören auch Erkenntnisse über eigene Fehler und Schwächen, das Zugeben derselben und das Erkennen, dass ein gut funktionierendes Team auch in der Familie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern erarbeitet werden will. Indem wir unsere Mitte und damit zu uns selbst finden, lösen sich manchmal ganz von allein Verhaltensmuster, die im Alltag oft zu verkrustet und unüberwindbar scheinen. Und das passiert ganz ohne Therapie und endlose Gespräche, manchmal beinahe von allein..

Bogenschießen

Einen sicheren Stand finden, das Ziel fokussieren, Spannung aufbauen und loslassen - Bogenschießen geschieht in diesem immer wiederkehrenden Ablauf und wird begleitet durch das Bewusstmachen der Bewegungsabläufe, das Fokussieren auf das Ziel und den bewussten Atem des Schützen. In der Ruhe, der Konzentration und schließlich dem Loslassen – dem Lösen des Pfeils - erlernen wir eine gelassene Sicherheit, die auch im Alltag hilfreich ist.

Pfeil und Bogen sind für Jungs oft eine tolle Sache, ganz nebenbei erlernen sie dabei in Zusammenarbeit mit dem Vater, betreut von erfahrenen Schützen, dass ein Bogen kein Spielzeug ist und der Umgang damit auch Verantwortungsbewusstsein und Sicherheitsüberlegungen bedingt. Wahrnehmungsübungen schärfen den Blick fürs Wesentliche, die für das Schießen erforderliche Ruhe und Gelassenheit hilft uns im Alltag auch stressige Situationen überlegen meistern. Spielerisch kämpfen die Teams am Ende der Trainingseinheiten in kleinen Wettkämpfen gegeneinander um Punkte. Dabei ist weniger der Erfolg in Form der Siegertrophäe, sondern das Zusammenwachsen als Einheit wichtig. Das intensiv miteinander Erlebte ist der eigentliche Preis aller Anstrengungen.

Schwertkampf

Reaktion, Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit sind wichtigste Anforderungen an einen Fechter. Sie lernen schnell und im richtigen Moment anzugreifen und zur rechten Zeit sich auch zurückzuziehen. Der Nutzen der dabei erlernten mentalen Fähigkeiten im Alltag ist nicht zu unterschätzen – ihr Sohn erlernt sich durchzusetzen, selbstbewusst und zielgerichtet sich unter genauer Abschätzung der Situation zu behaupten. Ein gesteigertes Selbstwertgefühl und sichereres Auftreten kann auch helfen, Probleme im schulischen oder familiären Umfeld zu verbessern.

In den Fechtübungen kämpfen wir nicht mit der blanken Klinge, sondern mit Holztrainingsschwertern. Angriff und Verteidigung folgen aufeinander, Sie lernen Schwächen des Gegners zu taxieren und schnell auf seine Aktionen zu reagieren. Dazu erlernen Sie zunächst Grundtechniken der Schwertführung und einige Grundbegriffe rund um den Schwertkampf, bevor Sie in kleinen Gruppen miteinander die ersten Schläge trainieren. Am Ende des Tages fechten auch die Vater und Sohn-Paare gegeneinander, eine Übung, die auch das Konflitpotential zwischen Vater und Sohn aufarbeitet. Hierbei stehen gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme im Fokus - ganz automatisch lernen die Erwachsenen dabei, dass die Kinder auch ernstzunehmende Gegner sein können. Für die Söhne stärkt die Übung das Selbstbewusstsein, sich auch dem (bisweilen übermächtig erscheinenden) Vater, einem Erwachsenen, gegenüber zu behaupten. Gleichzeitig werden sie sich aber auch über die Konsequenzen unbedachten Handels bewusst und achten auf die eigene und die Sicherheit anderer. Diese Übungen dienen u.a. der Wahrnehmung der Persönlichkeit des Partners und einer Neuausrichtung der Beziehung zueinander im Sinn eines respektvollen und selbstbewussten Umgangs.

Unterbringung

Das Seminar findet sehr naturnah statt – Sie wohnen mit ihrem Sohn in einem Leinenzelt (eigenen Schlafsack bitte mitbringen). Maximal zehn Vater-Sohn-Paare werden am Seminar teilnehmen, so dass ein kleines, aber überschaubares Camp entsteht. Das Seminar findet sehr bewusst in der Natur statt ohne direkte Anbindung an Gastronomie und „Zivilisation“ – die Teilnehmer sollen zur Ruhe kommen können und ihre Wurzeln finden. Fernab vom Alltag, ohne TV, Computer und Spielkonsolen Zeit miteinander verbringen verbindet und schärft den Blick fürs Wesentliche. Mit der Natur und den Jahreszeiten zu leben bringt uns wieder zurück zum Menschsein, öffnet neue Blickwinkel und Horizonte.

 

Die Magie des Nomadenlebens

 

Details

Termine:

17.-19. Juni 2011

Ort: Erfstadt (Nordrhein-Westfalen)
Lehrgangsleiter: Antonio de Angelis
Preis: 398,- Euro Seminargebühr pro Vater-Sohn-Paar
inkl. Unterbringung und Verpflegung
Anmeldung/Infos: Jana Joisten
E-Mail: jana@nomadencamp.de